Rotationsdichtungen - Wellendichtring
und Nilos-Ring

Radial-Wellendichtringe

Radial-Wellendichtringe werden zum Abdichten von Schmierölen und -fetten an drehenden Wellen eingesetzt. Ihr zylindrischer Außenmantel stellt die statische Abdichtung im Gehäuse sicher. Dichtlippen, die an der Welle aufliegen, stellen sowohl die dynamische als auch statische Dichtheit an der Welle sicher. Für einen verstärkten Anpressdruck an der Welle sind die Dichtlippen durch eine Zugfeder belastet. Je nach Bauform der Radial-Wellendichtringe verhindern ein oder mehrere zusätzliche Schutzlippen das Eindringen von Schmutz und Staub in die abzudichtende Stelle. Radial-Wellendichtringe gibt es in einer großen Vielzahl von Ausführungen, um den verschiedensten Betriebsbedingungen Rechnung zu tragen und eine optimale Dichtleistung zu erbringen. Betriebsbedingungen für die Auswahl verschiedener Bauformen sind:

  • Die von der Dichtung abzudichtende Medien,
  • Die Umfangsgeschwindigkeiten der Wellen,
  • Die Temperatur,
  • Der Druck und
  • Der Schmutzanfall.

Weiter können auch Konstruktionsanforderungen sowie die einfache Montage bei der Auswahl von Radial-Wellendichtringen eine Rolle spielen.

Axial-Wellendichtringe

Axial-Wellendichtringe werden meist für untergeordnete Dichtaufgaben verwendet. Beispielsweise sollen sie Lagerungen vor Staub oder Spritzwasser schützen. Sie werden daher häufig als Sekundärdichtung von Radial-Wellendichtringen bei ungewöhnlich starken Schmutzbelastungen eingesetzt, z.B. bei Baumaschinen, landwirtschaftlichen Maschinen, Holzbearbeitungsmaschinen, Förderrollen usw.

Im Gegensatz zu Radial-Wellendichtringen dichtet hier die Dichtlippe nicht auf der Welle, sondern üblicherweise an einem Gehäuseteil in axialer Richtung. Üblichste Bauformen sind V-Ringe und Gamma-Ringe.

V-Ringe sind Vollgummi-Axialdichtungen und werden in der Regel für drucklose Abdichtungen an beweglichen Wellen eingesetzt. Dabei wirkt die V-förmige Dichtlippe axial.

Trotz ihrer einfachen Konstruktion dichten V-Ringe wirkungsvoll gegen Schmutz, Spritzwasser und Schmiermittel und schützen die Lagerstelle in abrasiver Umgebung.

Der Vorteil von V-Ringen ist, dass sie nur geringe Reibungskräfte im Betrieb entwickeln. Dadurch hält ihr Einsatz Verlustwerte gering und schließt einen Verschleiß an der Dichtstelle aus. Außerdem ist von Vorteil, dass sie auch bei kleinen Einbauräumen einfach zu montieren sind und einen Mittenversatz oder eine Schiefstellung der Welle bis zu einem gewissen Grad aufnehmen, ohne ihre Dichtwirkung zu verlieren.

Gamma-Ringe sind Axialdichtungen, die aus zwei Bauteilen bestehen: einem beschichteten Metallring und einem aus der Form vulkanisierten Elastomerdichtelement. Der Metallring schützt die Elastomerdichtung gegen Beschädigungen, dient als Halterung und Abstützung der Elastomerdichtung und wirkt gleichzeitig als Schleuderscheibe. Die Elastomerdichtung ist nicht fest an den Metallring gebunden, sondern auf den Metallring aufgedehnt und wird zusätzlich durch einen axialen Bördelbund gehalten.
Bei manchen Ausführungen ist der Metallring am Außenmantel in axialer Richtung verlängert. In Kombination mit der umlaufenden Nut in der axialen Gegenlauffläche wird eine zusätzliche Labyrinthabdichtung gebildet.

Nilos-Ringe

Nilos-Ringe sind wegen ihres einfachen Aufbaus, ihrer geringen Bauhöhe und ihrer einfachen Montagemöglichkeit zu einem Wertbegriff für die einfache und raumsparende Abdichtung von fettgeschmierten Wälzlagern geworden.
Der minimale Raum für die Abdichtung ist bei allen Konstruktionen vorhanden, weswegen Nilos-Ringe auch nachträglich in vorhandene Konstruktionen integriert werden können.

Die Dichtwirkung wird bei den Standardformen dadurch erzielt, dass die Dichtkante des Nilos-Ringes unter leichtem Druck am inneren oder äußeren Wälzlagerring anliegt und sich mehr oder weniger tief in den gehärteten Wälzlagerring einschleift. Das dadurch gebildete feine Labyrinth verhindert sowohl das Austreten von Fett als auch das Eindringen von Schmutz ins Lager.
Die bewährten Abdichtelemente gibt es standardmäßig für folgende Einsatzzwecke:

  • Nilos-Ringe zum Abdichten des äußeren Wälzlagerrings,
  • Nilos-Ringe zum Abdichten des inneren Wälzlagerrings,
  • Nilos-Ringe zum Abdichten von Wälzlagern, die bereits mit einer Dicht- oder Deckscheibe ausgerüstet sind,
  • Nilos-Ringe zum Abdichten für Kegelrollenlager,
  • Nilos-Ringe zum Abdichten von Wälzlagern, die Axialdrücke aufnehmen sollen (die axiale Verschiebung sollte max. 0,3mm sein).

Die Standardtypen werden aus galvanisch verzinktem Sonderbandstahl gefertigt. Auf Anfrage können Nilos-Ringe auch in CrNi oder Messing geliefert werden.

Nilos Labyrinthdichtungen

Diese Dichtungspakete sind fettgefüllte Labyrinthdichtungen aus Stahllamellen, die einbaufertig und gegen Axialdrücke unempfindlich sind. Die Abdichtungen arbeiten berührungsfrei und können axiale Bewegungen der Wälzlagerringe bis zu 0,3 mm folgen, ohne dass ein Verklemmen der Lamellen eintritt. Sie sollten vor allem angewendet werden, wenn fettgeschmierte Lager ungewöhnlich starken Verschmutzungen ausgesetzt sind, z.B. bei Baumaschinen, landwirtschaftlichen Maschinen, Holzbearbeitungsmaschinen, Förderrollen usw.

Diese Abdichtelemente erfüllen annähernd die idealen Bedingungen einer Wälzlagerabdichtung, wobei Reibverluste und Lagererwärmung vernachlässigbar gering sind.

Die LST-L Labyrinthdichtung stellt eine Weiterentwicklung des Nilos LSTO dar. Durch seine zusätzliche Viton-Scheibe wird eine höhere Dichtwirkung erzielt, die auch bei ständig anstehenden Flüssigkeiten beachtlich ist.

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