Gleitlager und Gelenklager

Gleitlager und Gelenklager haben im Gegensatz zu den anderen hier aufgeführten Lagern zur Übertragung der Kräfte keine Wälzkörper (Kugeln oder Rollen). Man hat es also im Betriebszustand mit Gleitreibung zu tun, im Gegensatz zur Rollreibung bei den Wälzlagern. Naturgemäß bedeutet das: Es können sehr hohe Kräfte bei kleinen Geschwindigkeiten z.B. bei Schwenkbewegungen übertragen werden. Davon ausgenommen sind die hydrodynamischen oder hydrostatischen Lager, die hier nicht behandelt werden.

Zylindrische Gleitlager

Zylindrische Gleitlager bestehen aus zylinderförmigen Büchsen, deren Außendurchmesser in einem Gehäuse befestigt wird. Allen diesen Lagern ist gemeinsam, dass ihre Funktion wesentlich von der Gegenlauffläche abhängig ist. Das Optimum für Gleitläger ist die gehärtete und fein geschliffene Welle aus Stahl. Je weiter die Qualität der Welle davon abweicht, um so mehr reduziert sich die erlaubte Belastung und die zulässige Drehzahl für Gleitlager.

Am stärksten am Markt vertreten sind drei Grundbauarten von Gleitlägern nach den Grundwerkstoffen: Bronze, Kunststoff und Stahl.

Die Bronzelager (oft auch Messingbüchsen für sehr einfache Fälle) können aus gesintertem und ölhaltigen Massivmaterial oder aus gewickeltem Blech sein. Sie sind weitgehend korrosionsbeständig, sehr wärmeleitfähig und antimagnetisch.

Die Kunststofflager können aus einem Stoff oder mit Faserstoffen (Glasfaser bis Carbon) verstärkt sein.

Bei den Stahllagern besteht die üblichste Form aus einem verzinkten Stahlrücken als Mantel, der in den zylindrischen, innen liegenden gleitenden Oberflächen so ausgebildet ist, dass die Kräfte und die Bewegungsgeschwindigkeiten mit möglichst geringem Reibmoment übertragen werden kann.

In vielen Fällen tragen die Oberflächen dieser Gleitlager sogenannte Gleitschichten. Im Laufe der Jahre wurden Gleitmaterialien entwickelt, deren exzellente Eigenschaften den wartungsfreien oder mindestens wartungsarmen Betrieb ermöglichen und dadurch breite Anwendungsbereiche abdecken.

Gelenklager

Gelenklager sind einbaufertige, aus Außen- und Innenring bestehende und genormte Maschinenelemente, die wie der Name schon sagt, gelenkig sind und räumliche Einstellbewegungen ermöglichen.

Der Innenring eines Gelenklagers hat eine kugelige Außenform und der Außenring eine hohlkugelige Innenform. Die auf das Lager wirkenden Kräfte können statischer Natur sein oder auch bei oszillierenden Kipp- oder Schwenkbewegungen mit relativ niedrigen Gleitgeschwindigkeiten übertragen werden.

Gelenkköpfe sind Gelenklagereinheiten, die aus dem Gelenklager und dem Gehäuse mit Gewindeschaft, dem sogenannten Stangenkopf, bestehen. Sie werden hauptsächlich bei Hebel- und Gestängeverbindungen eingesetzt. Ein weiterer bedeutender Einsatzbereich sind Pneumatik- und Hydraulikzylinder, wo sie als Verbindungsstücke zwischen dem Zylinder und den Anschlussteilen dienen. Gelenklager und Gelenkköpfe werden in mehreren Bauarten und mit unterschiedlichen Gleitpaarungen gefertigt.

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